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Jama

Aus dem Audiowalk In Stein Gemeißelt | Osnabrück

In Stein Gemeißelt
49 Stationen
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Jama

Das Denkmal

Die „Jama“ gehört zu den wenigen Denkmälern aus der frühen Nachkriegszeit, die explizit an die jüdischen Opfer erinnern sollten und bis heute erhalten geblieben sind.

Der Obelisk aus schwarzem Marmor wurde vom Steinmetz Morduch Sprischen gestaltet. Die Eigenart des Gedenksteins besteht in der Inschrift auf Jiddisch (neben Russisch) „Zum ewigen guten Gedenken an fünftausend Juden, die von den grausamen Menschenfeinden, den deutschen faschistischen Schuften, ermordet wurden“. Der Text stammt vom jüdischen Dichter Chaim Maltinsky.

Das Denkmal, das im Herbst 1947 auf Initiative der jüdischen Überlebenden aus Minsk und Angehörigen der Opfer auf dem Gelände des ehemaligen Ghettos errichtet wurde, ist nicht nur ein Ort der Erinnerung an den Märzpogrom, sondern gilt insgesamt als der zentrale Holocaust-Gedenkort in Minsk. Seit sowjetischer Zeit finden hier Trauerveranstaltungen statt (in der Regel am 2. März, am 9. Mai, dem so genannten Tag des Sieges, und am 21. Oktober zum Gedenken an den letzten Pogrom im Minsker Ghetto).

Im Jahr 2000 wurde am Hang der Böschung in der Melnikajte-Straße, wo der schwarze Obelisk steht, die Skulpturengruppe „Die in den Tod Gehenden“ errichtet. Die Skulptur zeigt keine einzelnen Personen, sondern 27 ineinander verschlungene Schattenfiguren, die in die Grube hinabsteigen und so ihren letzten Weg antreten. Die Gesichtszüge sind entsprechend jüdischen Traditionen verwischt. Die Skulpturengruppe ist ein Versuch, die Angst und die Verzweiflung der dem Tod Geweihten zu vermitteln und damit Mitgefühl mit den Opfern des Minsker Ghettos zu ermöglichen. Die Komposition wurde vom Architekten Leonid Lewin in Zusammenarbeit mit den Bildhauer*innen Elsa Pollak und Aljaksandr Finski geschaffen. Rechts vor der Treppe, die in die „Jama“ führt, wurde die Allee der Gerechten unter den Völkern der Welt angelegt. Hier werden auch weiterhin Bäume zu Ehren belarussischer Bürger*innen gepflanzt, die in den Kriegsjahren Jüdinnen und Juden gerettet haben. Links vor der Treppe steht eine stilisierte Menora mit den Namen der Menschen, die zur Entstehung dieser Gedenkstätte beigetragen haben.

Pogrom im Minsker Ghetto

Der Name „Jama“ (dt. „Grube“) leitet sich von der Grube an der Kreuzung der Ratamskaja-Straße (heute Melnikajte-Straße) und der Saslauskaja-Straße ab, in der Sand für wirtschaftliche Zwecke abgebaut wurde. Während des ersten Pogroms im Minsker Ghetto am 2. und 3. März 1942 wurden Hunderte von Frauen, Kindern und Männern ermordet und in dieser Grube verscharrt, weitere Tausende zur Ermordung in den Nachbarort Kojdanawa (heute Dsjarschynsk) abtransportiert.


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