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Wohnen als Gesamtkunstwerk

Aus dem Audioguide Luxus. Die Lust am Überfluss

  • Museumsguide
Luxus. Die Lust am Überfluss
17 Stationen
35:44 min Audio
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Wohnen als Gesamtkunstwerk

Der private Wohnraum war seit jeher ein Ort, an dem Menschen ihren Wohlstand zeigten.
Für die Öffentlichkeit blieb dieser Luxus jedoch unsichtbar. Wohnformen unterlagen im
Laufe der Jahrhunderte einem stetigen Wandel. Raumfunktionen wurden immer
spezifischer.
In der Renaissance erlebte die Villa als komfortabler Landsitz eine Wiederbelebung. Erst
im 19. Jahrhundert zog dieser Bautyp dann auch in den städtischen Kontext ein und prägte
besonders Großstädte sowie Kurstädte wie Baden-Baden.
Die Gestaltung der Villen griff zunächst Stile vergangener Epochen auf – von der Antike
über die Renaissance bis hin zum Barock. Ende des 19. Jahrhunderts wandte man sich
jedoch von historischen Vorbildern und industriellen Massenprodukten ab. Die Arts-andCrafts-Bewegung und später auch der Jugendstil suchten nach neuen Formen und einer
individuellen Gestaltung.
Ziel war die Kreation eines sogenannten Gesamtkunstwerks. Architektur, Möbel,
Alltagsgegenstände und sogar Kleidung und Schmuck sollten dabei eine harmonische
Einheit bilden. Trotz der sozialistischen Ideen der Bewegung blieb diese Art der Baukunst
vor allem einer wohlhabenden Elite vorbehalten. Schließlich war die umfassende
Durchgestaltung in aufwendiger Handarbeit extrem teuer.
Auch in Baden-Baden findet sich ein ausgezeichnetes Beispiel für die Verbindung von
spätem Historismus und Jugendstil: die Villa Sirius in der Kaiser-Wilhelm-Straße 15. Der
Architekt Fritz Klingholz errichtete sie 1910 für den Chemiker und Industriellen Max
Fremery. Klingholz zeichnete hierfür kunstvolle Entwürfe, in denen er sämtliche Details
der Innenausstattung bis ins Kleinste durchdachte.


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