Vor uns erhebt sich die Burg des Ermländischen Domkapitels – das historische Herz von Allenstein.
Der älteste Teil der Anlage stammt aus dem 14. Jahrhundert. Besonders sehenswert ist der gotische Nordflügel mit seinem Kreuzgang. Hier lebte Nikolaus Kopernikus zwischen 1516 und 1521 als Verwalter des Domkapitels.
Genau hier befindet sich auch der größte Schatz der Burg: die astronomische Tafel des Kopernikus. Sie ist das einzige erhaltene astronomische Instrument weltweit, das nachweislich von ihm selbst entworfen und genutzt wurde. Mit ihrer Hilfe beobachtete er die Sonne und sammelte Daten für seine Forschungen. Damit besitzt Allenstein eine einzigartige Reliquie der Wissenschaftsgeschichte.
Im Burghof entdecken Sie noch ein deutlich älteres Denkmal – die sogenannte Preußische Baba. Die steinerne Figur entstand zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert und erinnert an die heidnischen Altpreußen, die lange vor dem Deutschen Orden in dieser Region lebten. Trotz ihres Namens stellt sie wahrscheinlich keinen weiblichen, sondern einen männlichen Krieger oder Stammesführer dar.
Wenn Sie die Außenmauer der Burg umrunden, sehen Sie außerdem eine Gedenktafel für die Angehörigen der polnischen Minderheit in Ermland und Masuren, die während der NS-Zeit verfolgt und ermordet wurden.
Die Burg beherbergt heute das Museum von Ermland und Masuren. Bitte beachten Sie: Ab Ende 2026 sind umfangreiche Restaurierungsarbeiten geplant, sodass die Anlage für mehrere Jahre geschlossen sein könnte.