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Das Raphaelsohn-Sägewerk - das Museum der Moderne

Aus dem Audiowalk Ermland-Hauptstadt und Kopernikusstadt | Allenstein | Olsztyn

Preis: 4.99 €
Ermland-Hauptstadt und Kopernikusstadt
von
22 Stationen
43:57 min Audio
3.79 km directions_walk
Das Raphaelsohn-Sägewerk - das Museum der Moderne

Vor uns liegt das ehemalige Raphaelsohn-Sägewerk – eines der größten Industrieunternehmen im Allenstein der Vorkriegszeit. Das Sägewerk war für seine Zeit eine moderne Anlage. Das Holz wurde flussabwärts direkt zum Becken neben dem Gebäude geflößt und dort weiterverarbeitet. Es gehörte einer jüdischen Unternehmerfamilie, die sich seit dem 19. Jahrhundert in der Stadt wirtschaftlich etabliert hatte. Die Familie war Ende des 18. Jahrhunderts aus der Gegend um Posen nach Allenstein gekommen. Dank des nahegelegenen Flusses Alle (auf Polnisch: Łyna) und der sich entwickelnden Eisenbahn konnten sie in großem Umfang mit Holz handeln. Sie besaßen auch eine Ziegelei in Allenstein. Die Familie gehörte zur finanziellen und gesellschaftlichen Elite von Allenstein. Familienmitglieder waren im Stadtrat und in der Jüdischen Gemeinde vertreten.

Infolge der Wirtschaftskrise und familiärer Spannungen wurde das Unternehmen Ende der 1920er Jahre aufgelöst. Nach der Übernahme durch die Stadt im Jahr 1929 wurde die Produktion eingestellt, und das Gebäude diente jahrzehntelang als Lager und verfiel zusehends.

Glücklicherweise konnte es gerettet werden. Nach einer umfassenden Sanierung im Jahr 2014 eröffnete hier das Museum der Moderne. Im Inneren sind unter anderem Allensteins ältester Aufzug, alte Schreibmaschinen, ein Modell einer Allensteiner Straßenbahn und Exponate zur Entwicklung von Technologie und Industrie in der Stadt zu sehen.

Dies ist eines der besten Beispiele dafür, wie ein ehemaliges Industriegebäude neues Leben erhalten und Teil des modernen Allenstein werden kann.

Neben dem ehemaligen Sägewerk befindet sich ein historisches Oberleitungsbusdepot. Nur wenige wissen, dass es in Allenstein einst Oberleitungsbusse gab – elektrische Busse, die über Oberleitungen fuhren. Die erste Oberleitungsbuslinie wurde am 1. September 1939, zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, in Betrieb genommen.

Über 30 Jahre lang, bis 1971, verkehrten Oberleitungsbusse in der Stadt. Ihr Betrieb wurde eingestellt, da Dieselbusse damals als günstiger und moderner galten. Es mangelte an Ersatzteilen, und Traktionsausfälle führten häufig zu Verkehrsbehinderungen.

Das Gebäude wurde restauriert und ist heute Teil des Museums der Moderne. Anstelle von Fahrzeugen werden hier Ausstellungen gezeigt, und anstelle von Mechanikern trifft man auf Künstler und Musiker.


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