Das Gebäude vor Ihnen wurde zwischen 1912 und 1915 errichtet. Besonders auffällig sind die Figuren an der Fassade. Sie symbolisieren Tugenden wie Gerechtigkeit, Weisheit, Stärke und Fleiß – Eigenschaften, die man damals als Grundlage einer gut funktionierenden Stadt verstand.
Auch der Platz vor dem Rathaus hat eine bewegte Geschichte. Bis 1933 hieß er Rathausplatz. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde er in Adolf-Hitler-Platz umbenannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt er den Namen Freiheitsplatz. Seit 1998 trägt er den Namen Johannes-Paul-II.-Platz.
Wenn Sie zufällig um die Mittagszeit hier sind, hören Sie vielleicht eine Melodie vom Rathausturm. Jeden Tag um 12 Uhr erklingt dort „O Warmio moja miła“, das inoffizielle musikalische Wahrzeichen der Region.
Der Komponist dieser Melodie, Feliks Nowowiejski, lebte ab 1893 in Allenstein. Hier arbeitete er als Organist an der St.-Jakobs-Kirche und legte den Grundstein für seine internationale Karriere. Später wurde er durch Werke wie das Oratorium „Quo Vadis“ und die Oper „Die Legende der Ostsee“ weit über die Region hinaus bekannt.
Die heutige Philharmonie von Ermland und Masuren trägt seinen Namen. So erinnert nicht nur die tägliche Melodie vom Rathausturm, sondern auch eine der wichtigsten Kultureinrichtungen der Stadt an einen der bedeutendsten Musiker, die mit Allenstein verbunden sind.