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Zur Ritze

Aus dem Audiowalk Hamburg: Selbstgeführte Schnitzeljagd durch das Rotlichtviertel St. Pauli

Preis: 11.99 €
Hamburg: Selbstgeführte Schnitzeljagd durch das Rotlichtviertel St. Pauli
19 Stationen
39:40 min Audio
4.26 km directions_walk favorite 3
Zur Ritze

1974 eröffnet hier der ehemalige Zuhälter und Boxer Hans Joachim Kleine, auch “Hanne” Kleine genannt, seinen Boxclub “Zur Ritze”. Der Eingang zur Kneipe mit den gespreizten Beinen gilt wahrscheinlich als der am meisten fotografierte Bareingang der Welt.

Gut vernetzt, wie Hanne Kleine im Mileu war, wurde die Ritze schnell zum Treffpunkt der Größen auf dem “Kiez”. Kiez, was im Grunde nur Stadtviertel bedeutet, bezieht sich hier in Hamburg auch auf das Milieu von St. Pauli mit seiner Kultur von Kriminalität und Prostitution. Hier gab es Bosse, Paten und Könige mit ihren eigenen Vorstellungen von Recht und Gesetz.

Im Hinterzimmer der Ritze wurden nicht nur Geschäfte besprochen, sondern auch Streitigkeiten geschlichtet und Urteile gefällt. Auch der erste Auftragsmord auf dem Kiez geschah hier im Jahr 1981, als der Zuhälter Chinesen Fritz vom Barhocker an der Theke geschossen wird.

Chinesen Fritz hieß eigentlich Fritz Schroer und war in etwa so chinesisch wie ein Sack Holsteiner Roggenmehl. Es war sein Aussehen, das ihm diesen Milieunamen einbrachte. Ein hagerer Kerl mit hohen Wangenknochen und asiatisch anmutenden Augen. Sein ehemaliger Kompagnon, der Zuhälter Peter Nusser, auch genannt “Wiener Peter”, einer der Paten von St. Pauli, bezichtigte ihn des Betrugs. Einige meinen sogar, dass Nusser selbst seinen Ex-Geschäftspartner liquidiert haben soll. Beweisen konnte man es ihm nicht.

Diese erste Schießerei auf dem Kiez markiert den Beginn einer beispiellosen Gewaltserie im Hamburger Rotlichtmilieu, mit zahlreichen Toten und Verletzten, die bis in die 1990er Jahre reicht. Vor 1981 wurden Streitigkeiten auf dem Kiez noch mit den Fäusten entschieden. Wer nicht boxen konnte, konnte im Milieu nichts werden.

Im Keller der Ritze ist der Boxring, in dem alle großen Boxer Deutschlands trainiert haben sollen. Hier endet auch die Geschichte eines weiteren Paten von St. Pauli, Stefan Hentschel, der sich hier 2006 erhängte.

Angrenzend an diesen Hinterhof, fällt die rosa Fassade des “Pink Palace” auf – das ist ein sogenanntes “Laufhaus”. Hier arbeiten Sexworker selbstständig, ohne Zuhälter. Die Räume, samt Reinigung und Personenschutz können gemietet werden. 1969 gegründet als Eros Center, war es damals das größte Bordell der Welt. Sein Bauherr, der Hotellier Willi Bartels, dem auch das Hotel Hafen Hamburg bis zu seinem Tod 2014 gehörte, errichtete das Eros Center, um den Prostituierten sichere Arbeitsbedingungen zu ermöglichen und die Gewalt gegen Sexworker auf der Straße zu unterbinden.

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