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Treudanktheater | Stefan Jaracz Theater

Aus dem Audiowalk Ermland-Hauptstadt und Kopernikusstadt | Olsztyn

Preis: 4.99 €
Ermland-Hauptstadt und Kopernikusstadt
von
30 Stationen
79:31 min Audio
4.95 km directions_walk
Treudanktheater | Stefan Jaracz Theater

Das Theater in Allenstein, bekannt als das deutsche „Treudanktheater“, wurde am 29. September 1925 eröffnet, als Allenstein noch zum deutschen Bezirk Allenstein gehörte. Es war ein Geschenk der deutschen Behörden an die Einwohner nach der Volksabstimmung von 1920, bei der sich die Mehrheit für den Verbleib Ermland-Masurens in Deutschland aussprach. Das Gebäude wurde in nur elf Monaten errichtet, und die Aufführungen fanden ausschließlich in deutscher Sprache statt. Die erste Aufführung war Johann Wolfgang von Goethes „Faust“.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nahm das Theater schnell seine frühere Funktion wieder auf. Obwohl Allenstein verwüstet war und dem Gebäude Glas, Heizung und Bühnentechnik fehlten, fand am 18. November 1945 die erste polnische Premiere statt: Gabriela Zapolskas „Die Moral der Frau Dulska“.

Seitdem ist das Theater eines der wichtigsten Kulturzentren der Region geblieben. Hunderte von Aufführungen wurden auf seiner Bühne inszeniert, und hier entdeckten Generationen von Allensteinern das polnische Theater.

Der Gönner des Theaters, Stefan Jaracz, war einer der herausragendsten polnischen Schauspieler und Regisseure der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Vor dem Krieg leitete er das Ateneum-Theater in Warschau und war eine prägende Figur des polnischen Theaterlebens.

Im April 1941 wurde er von den Nationalsozialisten verhaftet. Jaracz wurde in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert, wo er brutal behandelt wurde und schwer erkrankte. Nach sechs Wochen wurde er dank des Engagements polnischer Künstlerkreise freigelassen, erholte sich aber nie wieder. Er starb am 11. August 1945 an den Spätfolgen seiner Lagerhaft.

Das Stefan-Jaracz-Denkmal vor dem Theater in Allenstein wurde im Juni 1946 enthüllt. Es war kein Zufall, dass es an der Stelle eines Denkmals errichtet wurde, das an den preußischen Sieg über Frankreich in der Schlacht von Sedan 1870 erinnerte. Es war eine symbolische Geste: Das deutsche Denkmal wurde durch ein Denkmal zu Ehren des bedeutenden polnischen Künstlers ersetzt. Fragmente des alten Denkmals und Granit des abgerissenen Hindenburg-Mausoleums im nahegelegenen Olsztynek wurden für den Sockel verwendet.


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