ZUM MITLESEN:
1. Einschub: Superkontinente
Seitdem es Festland gibt, bilden sich immer wieder große Superkontinente. Es sind dann alle Landmassen miteinander verbunden und drumherum gibt es nur einen einzigen riesigen Ozean. Die großen Erdplatten bewegen sich dazu – in recht regelmäßigen Zyklen von etwa 500 Mio. Jahren – aufeinander zu und dann wieder voneinander weg.
Die bisherigen Superkontinente hießen Columbia und Rodinia. Und in 100 Mio. Jahren wird es noch Pangaea geben. Pangaea wird dann später in Laurasia im Norden und Gondwana im Süden zerfallen, woraus sich dann endlich unsere heutigen Kontinente bilden werden. Wenn Sie sich mal auf einer Weltkarte anschauen, wie gut die Küsten von Südamerika und Afrika wie zwei Puzzlestücke zusammenpassen, wird sehr deutlich, dass die Kontinente mal miteinander verbunden waren.
2. Flechten schaffen es an Land
Auf dem Schild vor sich sehen Sie, wie die Landschaft auf dem Festland vor 450 Mio. Jahren ausgesehen haben könnte.
Die Welt außerhalb des Wassers besteht nur aus kahlen Felsen, Steinen und Sand. Da ist keinerlei Leben zu sehen, denn alles mehrzellige Leben spielte sich bis hierher ausschließlich im Wasser ab. An Land ist es nämlich viel zu trocken, auch die UV-Strahlung der Sonne ist tödlich, und es erscheint fast unmöglich, sich gegen die erdrückende Erdanziehung anzustemmen. Daher muss jede Alge, die zufällig auf einen Felsen gespült wird, dort sterben.
Dennoch werden die Pflanzen den Sprung aus dem Meer heraus an Land schaffen. Auch für dieses Kunststück kooperieren mal wieder zwei Lebensformen miteinander, und zwar in diesem Fall die Algen und die Pilze. Das Ergebnis heißt Flechte. Sie kennen Flechten wahrscheinlich als hellgrüne oder türkisfarbene Flecken an Baumstämmen oder Felsen, oft kommen sie auch auf älterem Asphalt vor.
In ihre Kooperation als Flechte bringen sowohl die Algen wie auch die Pilze ihre ganz eigenen Fähigkeiten ein:
- Die Alge ist hauptsächlich für die Nahrungsproduktion zuständig, denn sie betreibt ja Photosynthese und produziert so Zucker.
- Der Pilz seinerseits ist dafür verantwortlich, der Flechte ihre Struktur zu geben, damit sie nicht von der Schwerkraft an Land erdrückt wird. Außerdem kann er mit seinen Hyphen, das sind lange dünne Fäden, sogar in den harten Fels eindringen und ihm mithilfe von Enzymen Nährstoffe entlocken.
Nur mit diesen kombinierten Fähigkeiten gelingt es den Flechten, auch an Land zu überleben.
3. Es folgen
…Pflanzen
Für längere Zeit bleiben die Flechten das einzige Leben an Land. Aber indem sie den harten Felsen aufspalten, „bereiten sie den Boden“ auch für andere. Sobald der Boden locker genug ist für Wurzeln und auch genug Nährstoffe enthält, gesellen sich Moose und krautige Bärlappgewächse hinzu.
…Pilze…
Als erste richtig große Lebewesen würden Ihnen schon bald die Prototaxites auffallen, die überall herumstehen. Die werden bis zu acht Meter hoch und sehen aus wie frei herumstehende Baumstämme ohne Äste und Blätter. Es handelt sich dabei wahrscheinlich um eine frühe Form von Pilzen, aber ganz sicher ist man sich da noch nicht.
…und Tiere
Die ersten Tiere folgen den Pflanzen in diese merkwürdige Landschaft nach etwa 30 Mio. Jahren, also drei Metern auf unserem Weg, die Sie nun bis zum nächsten Schild abschreiten dürfen. Es sind zunächst die Gliederfüßer, die sich aus dem Wasser herauswagen, und sich auf dem Land dann zu Insekten, Spinnen, Krebstieren und Tausendfüßlern entwickeln.