ZUM MITLESEN:
1. Fische entwickeln Lunge
Alle an Land lebenden Wirbeltiere haben Fische als Vorfahren, auch wir Menschen. Da liegt die Frage nahe: Wie haben die Fische es eigentlich geschafft, an Land zu kommen?
Und das ist eine spannende Geschichte: Sie beginnt mit einer Flucht, nämlich der Flucht kleinerer Fische vor ihren großen Verfolgern im Ozean des Devons vor 375 Mio. Jahren. Die kleinen Fische weichen ins flache Gewässer an den Küsten aus, denn dahin können die Großen ihnen nicht folgen. Zwar sind sie dort geschützt, aber das flache Wasser hat auch einen gravierenden Nachteil, es ist wärmer und enthält kaum Sauerstoff. Daher können die kleinen Fische es dort nicht lange aushalten und müssen bald wieder zurück ins Tiefe, in die Gefahrenzone.
Bis, ja, bis es zu einer großartigen Erfindung der Evolution kommt: der Lunge. Dieses neue Organ entwickelt sich aus der Schwimmblase der Fische. Es ermöglicht, Sauerstoff auch aus der Luft aufzunehmen, die Fische müssen dazu nur ihren Kopf aus dem Wasser strecken. Damit können sie sich nun viel länger im flachen Wasser aufhalten oder sich auch mal auf einen Stein außerhalb des Wassers setzen.
In der neuen Umwelt an Land müssen zwar neue, enorme Schwierigkeiten gemeistert werden, etwa nicht auszutrocknen oder sich nicht an den spitzen Steinen die Haut aufzuschaben, aber zumindest lauern dort nicht mehr die großen Räuberfische – jedenfalls so lange, bis auch die auch eine Lunge entwickelt haben und hinterherkommen.
2. Tiktaalik vererbt sein Skelett
Auf dem Schild abgebildet sehen Sie Tiktaalik. Er ist eine Übergangsform zwischen Wasser und Land mit bereits primitiven Lungen. Er hat auch besonders starke Flossen, mit denen er sich im flachen Wasser abstützen oder eben an Land vorwärtsrobben kann. Und er hat sogar schon eine Art Hals, mit dem sich sein Kopf ein wenig drehen lässt.
Tiktaalik wird sein Skelett an alle auf dem Land lebenden Wirbeltiere vererben. Deshalb sehen wir heute bei allen Landwirbeltieren den gleichen Aufbau: Ob Krokodil, Pferd, Maus oder Mensch, bei allen befindet sich in Oberarmen und -beinen zunächst ein großer Knochen. Daran schließen sich über ein Gelenk zwei Knochen an, auf die dann viele kleine Knochen folgen, die in fünf Spitzen enden.
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