“Ich bin in das Kloster für ABM-Maßnahmen gekommen, habe hier als Gärtnerin angefangen und mich in das Kloster verliebt” - das war die Berufungsgeschichte von Schwester Rita, also ihr ganz persönlicher Grund, warum sie ins Kloster St. Marienthal gekommen ist.
Hinter diesen Mauern befindet sich die Klausur, das Zentrum des klösterlichen Lebens. Für die Schwestern ist dies nicht nur ein Ort sondern ein Lebensraum. Die Schwestern möchten hier nur für sich sein, um ihre Verbindung zu Gott so intensiv wie möglich führen zu können.
Die Klausur ist ein quadratisch angelegter Gang, von dem mehrere verschiedene Räume abgehen. Einer davon ist der Kapitelsaal: "Hier ist der Ort, an dem das klösterliche Leben beginnt und endet.
Außerdem haben die Schwestern hier ihre Zellen - so werden die privaten Räumlichkeiten genannt, da es mehr als nur ein Zimmer ist, sondern auch ein Gebetsraum.
Die Wände der Klausur sind mit zahlreichen Gemälden geschmückt, besonders eindrucksvoll findet Schwester Franziska das des Heiligen Bernhards: “Jesus neigt sich zum Heiligen Bernhard und so auch zu jedem anderen.”
Der Weg zur Nonne läuft in mehreren Etappen ab. Schwester Juliana erzählt Ihnen, wie ihr Weg im Kloster begonnen hat: “Ich habe eine Mail ans Kloster geschrieben… ein Wochenende im Kloster verbracht. Und dann bin ich ins Kloster eingeladen worden für die Kandidatur.”
In der Regel beginnt der Weg im Kloster mit dem Postulat als erste gegenseitige Kennenlernphase. Dabei lernt die zukünftige Schwester das Kloster für circa 1 Jahr als Gast kennen. Sie trägt dabei noch zivile Kleidung und bleibt meist über kürzere Aufenthalte im Kloster.
Wird der Wunsch, zu bleiben, stärker, tritt eine zukünftige Schwester in die Kandidatur ein. Nun teilt sie den gesamten Alltag der Schwestern. Und während sie weiterhin zivile Kleidung trägt, beginnt sie mehr und mehr zu spüren, ob sie hineinpasst in dieses Leben.
Der Übergang ins Noviziat ist ein Wendepunkt. Am Beginn dieser zwei Jahre erhält sie das Ordensgewand und vielleicht einen neuen Namen. Es gilt jedoch immer noch: Nichts ist erzwungen. Diese Zeit darf eine Suchzeit bleiben.
Erst später folgt die einfache Profess, ein Versprechen auf Zeit. Die Novizin verspricht für fünf Jahre Gehorsam, klösterlichen Lebenswandel und Beständigkeit im Kloster. Das muss aber nicht immer am Stück geschehen, sondern kann aufgeteilt werden. Mit der einfachen Profess erhält sie auch das spezielle Gewand - das schwarze Skapulier. Nun sieht sie aus wie eine richtige Zisterzienserin.
Schließlich kommt dann der entscheidende Moment, von dem Schwester Johanna berichtet:
“Und wenn man dann nachfragt, und die Schwestern entscheiden, dass man bleiben soll, dann beginnt die ewige Profess.”
Durch die ewige Profess wird die Nonne Vollmitglied des Konvents mit allen Pflichten und Rechten.
Sie verspricht nun, bis zu ihrem Tod im Kloster zu bleiben und Gott zu dienen. Im Gebet trägt sie das vollständige Chorgewand. Und als Zisterzienserin setzt sie ihrem Namen die Buchstaben O. Cist. hinzu – ein Zeichen der Zugehörigkeit.
Nicht jeder ist für dieses Leben gemacht, denn es verlangt festen christlichen Glauben, ein Mindestalter von 18 Jahren und geordnete Verhältnisse. Doch für jene, die hier ihren Lebensort finden, ist die Klausur genau das: ein Raum der Tiefe, der Stille und der lebenslangen Verbundenheit.