ZUM MITLESEN:
1. Viele Menschenarten nebeneinander
Vor 7 Mio. Jahren, also 70 cm vor der Heute-Linie, trennen sich innerhalb der Hominiden die beiden am engsten miteinander verwandten Gattungen voneinander, nämlich Schimpanse und Homo, also Mensch.
Die „Gattung Homo“ darf nicht mit der „Art Homo Sapiens“ verwechselt werden. Homo Sapiens ist nur eine von vielen Arten, die alle zur Gattung Mensch gehören und die nebeneinander und nacheinander in einem weit verzweigten Geflecht von Verwandtschaftsverhältnissen auf der Erde leben werden. Von jeder gibt es vielleicht nur wenige zehntausend Individuen. In der Weite der Kontinente begegnen sie sich eher selten, aber wenn doch, kann es zu Nahrungskonkurrenz und auch Gewalt kommen.
2. Meilensteine der Entwicklung
a) Aufrechter Gang (Australopeticus)
Ein echter Wendepunkt für die Gattung Mensch ist eine neue Art der Fortbewegung: der aufrechte Gang. Der hat sich schon recht früh entwickelt, etwa bei Australopithecus vor etwa drei Mio. Jahren, wozu auch der berühmte Fund gehört, der unter dem Namen „Lucy“ bekannt geworden ist. Für das bisherige Leben auf den Bäumen war das nicht sinnvoll, dort brauchte man vor allem lange Arme zum Klettern. Nun aber gibt es die offene Steppe und da hat das Laufen auf zwei Beinen viele Vorteile. So ist man schneller und kann auch viel weitere Strecken zurücklegen. Zudem hat man einen viel besseren Überblick über das Gras hinweg: Ein angreifender Säbelzahntiger kann so schon viel früher entdeckt werden, als wenn man auf allen Vieren unterwegs ist.
b) Frühe Geburten
Die aufrechte Haltung hat auch Auswirkungen auf die Anatomie. Das Becken wird schmaler und ein voll entwickelter Säugling passt nicht mehr durch den Geburtskanal der Mutter. Daher werden die Kinder bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt geboren, wenn sie noch klein genug sind. Da sie dann aber noch nicht für sich allein lebensfähig sind, müssen die Eltern sich über Jahre hinweg intensiv um ihren Nachwuchs kümmern. Das schafft aber auch eine besonders enge emotionale Verbindung zwischen Eltern und Kind.
c) Werkzeug (Homo Habilis)
Eine spätere Menschenart ist Homo Habilis. Vor etwa zwei Mio. Jahren stellt er erstmals Faustkeile her und benutzt so Steine als Werkzeug.
d) Feuer (Homo Erectus)
Das Feuer beherrscht Homo Habilis allerdings noch nicht. Das schafft vermutlich erst Homo Erectus vor etwa einer Million Jahren. Und es ist eine echte Revolution, denn mit dem Feuer tritt nicht nur Wärme, Licht und Sicherheit, sondern vor allem auch die Kunst des Kochens in das Leben der Menschen. Und es ist das Kochen, das es ihnen ermöglicht, große Mengen an Kalorien in sehr kurzer Zeit zu sich zu nehmen und damit die enorme Entwicklung ihres sehr energiehungrigen Gehirns zu befeuern.
e) Sprache
Homo Erectus gilt auch als der Erfinder der Sprache. Dazu hat die Zunge ihre Form verändert und ist in den hinteren Teil des Rachens gewandert. Zwar besteht die Sprache anfangs nur aus einfachen Lauten, aber bereits das hilft, um sich besser zu verständigen und etwa bei der Jagd erfolgreicher zu sein.
3. Verlassen des afrikanischen Kontinents
Die bessere Kooperation aufgrund der Sprache dürfte Homo Erectus auch dabei geholfen haben, als erste Menschenart aus Afrika herauszuwandern und in Europa und Asien auch die kalten Klimazonen zu besiedeln.
Und nun auf zum letzten Schild.